Gesunde Füße mit der richtigen Fußpflege Verfasst am: 08.02.2009, 21:59
Die Füße
Würden Tiere so grausam behandelt, wie manche Menschen ihre Füße behandeln, dann wäre ein einziger Aufschrei sämtlicher Tierschutzvereine die Folge. 'Das ist durchaus nicht übertrieben. Beim schlechtsitzenden Schuh fängt es an, bei der vernachlässigten Fußpflege hört es auf. Nicht allein Schmerzen sind die Folge, auch Verkrüppelungen, sogar Verbildungen der Wirbelsäule entstehen, durch falsch verstandene Eitelkeit und durch Sorglosigkeit ausgelöst.
Die Sünden an den Füßen sind so vielfältig, dass man sie kaum aufzählen kann. Der gesamte Körper muss darunter leiden. Schlechte Blutzirkulation bringt kalte Füße. 'Schwielen, Ballenverdickungen, Frostbeulen, eingewachsene Nägel, Hühneraugen usw. quälen uns und belasten beträchtlich unser Wohlbefinden. Alles das und vieles andere brauchte nicht zu sein. Dabei treten Fußleiden bereits zu 65 Prozent in frühester Jugend, bis zum 18. Lebensjahr, ein.
In jener Zeit, in der das Wort »Bein« nicht existieren durfte, war auch die Fußpflege ziemlich unbekannt. Wie Klöppel schwangen die Beine in der Rockglocke und endeten in unorganischen kleinen Stiefeletten, aus denen romantische Kavaliere Sekt tranken.
Schöne Füße haben ist gar nicht so schwer. Es gehört nur ein gewisses Maß von Einsicht und Ausdauer dazu — Einsicht in die Ursachen der Fehler und Ausdauer in ihrer Bekämpfung und Behebung.
Beginnen wir bei den wichtigsten Tipps und allgemeinen Regeln: Kaufen Sie sich nur Schuhe, die Ihnen wirklich passen — auch wenn sie nicht ganz der allerletzte Schrei der Mode sind.
Muten Sie Ihren Füßen, die ja ohnehin die längste Zeit des Lebens in einem ledernen Gefängnis stecken müssen, nicht noch unnütze Qualen zu.
Waschen Sie täglich Ihre Füße mit Seife, da es gleichzeitig gegen den Fußpilz vorbeugt! Sie waschen ja auch täglich Hände und Gesicht. Jedes warme Fußbad endet mit einer Kaltwaschung.
Ziehen Sie täglich frische Strümpfe an.
Wechseln Sie öfter Ihre Schuhe. Arbeitsschuhe müssen unbedingt fußgerecht sein.
Einmal in der Woche ist ein Fußbad mit durchblutungsfördernden Zusätzen (Rosmarin, Eukalyptus, Fichtennadel usw.) Reiben Sie im Anschluß daran die Haut mit Franzbranntwein oder einem speziellen Fußtonikum ein. Sie werden dadurch gekräftigt und gestrafft, durchblutet und desinfiziert.
Tipps speziell für den Sommer:
Gehen Sie möglichst oft barfuß auf unebenem Untergrund, z. B. auf Wiesen oder sandigen Wegen.
Die Massage wird den Füßen von der Natur gleichsam unter die Sohlen gelegt. Am Ufer eines Sees, am Strand des Meeres, auf dem harten und doch elastischen Streifen Sand, der von Wellenausläufern immer feucht gehalten wird, sollen Sie springen und laufen. Das kräftigt die Muskulatur, und sie reagiert freudig wie eine federnde Spirale. Auch die kühle Frische betauten Grases regt die Durchblutung der oft im Schuh erstickten Haut an.
Sehr heilsam ist ferner das Balancieren mit nackten Füßen auf gefällten Baumstämmen im Walde. Hier wird um die Wette mit Kindern gelaufen, die sich darin geschickt zeigen wie Eichhörnchen. Aber Vorsicht vor Verletzungen und Unfällen!
Auch im Winter sei den Füßen das Atmen gegönnt. Lassen Sie sie dann ohne Schuh und Strümpfe auf dem Teppich »turnen«.
Selbst in der Badewanne kann man die Zehen wichtig nehmen. Ist es nicht eine reizende Vorschrift, die befiehlt, das Badewasser mit den gespreizten Zehen zurückzustoßen? Es macht ebensoviel Vergnügen wie das Spielen der Zehen mit dem Badethermometer oder einem Kunststoffschiffchen.
Noch besser ist die Ausbildung zur Greifzehe. Von ihr behauptete Lombroso einst, sie wäre ein Merkmal des Genies. Gegenstände damit aufzuheben verleiht flexible Fußmuskeln. Und gibt es eine angenehmere Sommerlust, als am Bach zu sitzen und die kleinen Kiesel mit den Zehen zu angeln und zu schleudern?
Nach neuester Statistik sind fast 75 Prozent aller Menschen fußkrank. Ob es nun Senk- oder Plattfüße sind, Hammerzehen, Überbeine oder Spreizfüße - die Beschwerden, Nöte und Schmerzen wollen kein Ende nehmen. Einen Großteil der Schuld tragen wir selbst.
Fußpflege ist kein Luxus. Unsere Füße leisten täglich harte Arbeit. Es liegt an uns, sie in Gang zu halten, sie zu unterstützen und bei auftretenden Schäden sofort Gegenmaßnahmen zu treffen.
Beim Kleinkind muß das Vorbeugen beginnen, und bis ins hohe Alter hinein darf die Unterstützung der »Säulen des- Hauses« nie ermüden.
Ist der Schaden jedoch da - gemeint sind Senk- und Spreizfuß und die peinigende Hammerzehe -, dann bitte sofort zum Facharzt und Orthopäden.
Mit Kosmetik ist hier leider nichts mehr gutzumachen.
Das Fußbad
Am Abend erfrischt ein warmes Fußbad den ganzen Körper. Etwas Kochsalz als Zusatz ist ein Notbehelf, falls Sie gerade kein Fußbadeöl im Hause haben. Im Anschluß sehr gut frottieren — besonders zwischen den Zehen —, dann eine kleine Trockenbürstenmassage oder mit den Borsten einer kräftigen Bürste die Fußsohlen klopfen.
Wechselfußbäder regen den gesamten Kreislauf an und beheben Erschöpfungserscheinungen. Hier wird zu kräftigen Zusätzen geraten: fünf Eßlöffel Salz, ein Zillnkrautaufguß oder Kohlensäuretabletten. Das Wechselbad dauert ungefähr eine Viertelstunde. Sie beginnen heiß und enden stets kalt. Kalt nur wenige Sekunden!
Fußbäder gegen feuchte oder leicht schwitzende Füße dürfen nur lauwarm genommen.werden. Vorteilhaft ist hier als Zusatz Eichenrindenextrakt, anschließend einen Fußpuder verwenden.
Verhornte Fersen und Schwielen
Sie sind die Folge von zu engen, drückenden Schuhen. Aber auch zu weite, scheuernde Schuhe oder mangelhafte Durchblutung können die Ursache sein. Täglich die Fersen mit warmem Seifenwasser gut bürsten, dann sorgsam abtrocknen. Die Hornhaut der Ferse wird mit einer Hornhautraspel abgerieben und dann mit Bimsstein geglättet.
Bei Frostschäden an der Ferse sind Wechselfußbäder wirksam. Als Zusatz, wie bereits genannt, Eichenrinde oder Heublumen.
Auch an den Füßen bilden sich oft Schwielen als Reaktion des Körpers auf ständigen Druck. Unzweckmäßiges Schuhwerk trägt die Schuld. Meist sitzt der Kummer am Ballen.
Die Hautschichtverdickungen müssen entfernt werden. Sie bilden sich aber immer wieder, wenn die Ursache, nämlich das Drücken des Schuhes, nicht abgestellt wird. Öleinreibungen helfen die Haut zu glätten nach der mechanischen Entfernung der Hornhautauflagen mit dem Bimsstein. Sind die Verhornungen sehr stark, suchen Sie lieber einen Fußpflegesalon auf und lassen sich dort das quälende Horn entfernen.
Geschwollene Füße
Hier liegt oft ein Berufsleiden vor. Langes Sitzen oder Stehen staut die Gewebeflüssigkeit in den Lymphgefäßen. Vor allen Dingen falsches Sitzen, z. B. Übereinanderschlagen der Beine oder eine zu hohe Sitzgelegenheit bei kurzbeinigen Personen, so dass die Beine baumeln müssen. Oft aber auch zu niedriges Sitzen in tiefen Sesseln, Oberschenkel und Rumpf bilden einen spitzen Winkel, der die Durchblutung behindert. Venen und Arterien werden in der Leistengegend abgeklemmt, es kommt zu Stauungen im Gewebe; geschwollene Beine und Füße sind die Folge.
Nach der Arbeit legen Sie die Füße hoch. Sie selbst liegen flach und stellen Ihre Beine gegen die Wand. 10 Minuten reichen aus. Und wenn Sie danach noch die Unterschenkel, vom Fuß zum Knie, kräftig ausstreichen, lösen sich die Spannungen in den Gefäßen.
Dicke Fesseln
Sie sind nicht allein unschön, sie haben auch Ursachen, die wir bekämpfen müssen. Ist das Herz nicht in Ordnung, hilft der Arzt.
Sind sie berufsbedingt, versuchen wir es mit feuchten Salzwasserumschlägen (eine schwache Lösung genügt) über Nacht.
Haben die Fesseln reichlich Fett angesetzt, helfen wir uns mit Gymnastik: Sie gehen mit kleinen, kurzen Tippelschritten mehrere Male durchs Zimmer. Und zwar erst auf der ätißeren, dann auf der inneren Fußkante.
Sie sitzen ganz bequem. Der Oberkörper ist zurückgelehnt. Nun strecken Sie erst das rechte, dann das linke Bein waagerecht vor. Jetzt folgen Fußrollen, Fußkreisen und Fußbeugen. Einmal rechts herum, einmal links, nach vorn und nach hinten. Wiederholen Sie das, solange die Zeit reicht.
Der Fußschweiß
Er kann durch eine gesundheitliche Störung in Zusammenhang mit einem Nierenleiden, mit Fettleibigkeit oder anderen Krankheiten auftreten. Wenn der Arzt diese Ursachen kuriert, normalisiert sich auch die übermäßige Absonderung von Schweiß an den Füßen.
Ist Fußschweiß jedoch die Folge falscher Schuhbekleidung (Gummistiefel oder anderes die Hautausdünstung zurückhaltendes Schuhwerk usw.) oder mangelhafter Pflege, dann müssen wir selbst für Abhilfe sorgen. Tragen wir immer und sehr lange gefütterte Schuhe, luftundurchlässige Strümpfe, Kreppsohlen, nehmen wir den Füßen die Atmung. Wie helfen wir uns?
Laufen Sie im Sommer — sooft Sie können — ohne Strümpfe in Sandalen, gehen Sie im Urlaub barfuß, spazieren Sie im Tau.
Dazu kommen Fichtennadelfußbäder zur Durchblutung (täglich); auch Kochsalz zur Transmineralisation und Chlorophyllpräparate zur Desinfektion als Zusätze sind von Erfolg. Chlorophyllpräparate sind außerdem geruchsbindend. Puder in die Strümpfe gestäubt, ergänzt die Behandlung.
Kalte Füße
Meist sind sie die Folge einer Durchblutungsstörung. Der Arzt muß die Ursache klären. Es können natürlich auch zu enge Schuhe sein, die uns dieses Übel bescheren.
Ein schnellwirkendes Durchblutungsmittel ist: Sie stehen auf den Zehen und wippen ständig auf und ab. Sie dürfen nicht müde dabei werden! Ausgezeichnet sind ferner Massagen: Der Daumenballen massiert die Partie unter dem Rist, die Ballenpartie und die Ferse. Hinzu kommen Wechselbäder: 2 Minuten heiß, 2 Sekunan kalt.
Hautpilze zwischen den Zehen
Diese meist juckende Veränderung, die durch einen Pilz hervorgerufen wird, tritt oft an der feinen Haut zwischen den Zehen auf. Übertragungen geschehen oft in Badeanstalten.
Der beste Schutz gegen diese Flechte ist ein sorgsames Abtrocknen der Füße nach dem Baden. In Badeanstalten stets eigene Badepantoffeln tragen. Besteht der Verdacht, dass man sich eine Pilzerkrankung erworben hat, so muß das erst einmal überprüft werden, denn nicht alle juckenden entzündlichen Prozesse an der Haut müssen doch Pilzinfektionen sein.
Niemals kann man einen Pilz selbst behandeln. Der Arzt verordnet bestimmte Präparate zum Pinseln und Pudern. Die Anweisungen des Arztes müssen genau eingehalten werden, wenn man von diesem sehr lästigen Übel wieder befreit werden will.
Die Hühneraugen
Die Natur richtet es so ein, dass Hühneraugen sich an solchen Stellen bilden, an denen die Haut einem Reiz ausgesetzt ist. Dieser Reiz ist nicht immer mit Druck verbunden. Auch Verletzung, Verbrennung, sogar Erfrierung können zum Verhornen und durch zusätzlichen Druck zur Hühneraugenbildung führen.
Dieser Peiniger entsteht so: Der Reiz regt die Keimschicht zu vermehrter Zellenbildung an. Dadurch wird mit der Zeit die Hornschicht verdickt. Kann sich die Hornhaut unter dem Druck nicht nach oben ausbreiten, so verhornen die Zellen bereits in der Tiefe. Dort bilden sie einen tiefgehenden Zapfen. Die Verhornung drückt auf die Lederhaut, auf die empfindliche Knochenhaut und peinigt die Nervenendigungen. Damit ist die Schmerzhaftigkeit der Hühneraugen erklärt. Auch hier gilt:
Niemals selbst daran mit spitzen Gegenständen herumdoktern. Das kann sehr böse ausgehen, wenn die Instrumente nicht steril (keimfrei) sind und Sie sich durch Unkenntnis und Unachtsamkeit eine Verletzung zugezogen haben. Gehen Sie zum Fußpfleger.
Auch bei Hühneraugenpflaster und speziellen Tinkturen ist zur Vorsicht geraten. Bringen Sie diese Mittel auf die nichtverhornte Haut, gibt es schlimme Entzündungen. Und vergessen Sie nie: Zu enge Schuhe sind in den meisten Fällen des Übels Wurzel! _________________