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madeleine





Schlafen macht schön
Verfasst am: 21.12.2008, 17:28

Eine biologische Notwendigkeit ist der Schlaf. Zugleich ist er ein grundlegender Helfer in allen Sorgen um mangelnde Gesundheit und Schönheit. Beides ist nicht voneinander zu trennen. Guter und ausreichender Schlaf verjüngt und verschönt von sich aus. Damit schafft er auch die Grundlage für jede erfolgreiche kosmetische Behandlung.

Der Schlaf ist einbezogen in den ewigen Ausgleich der Gegensätze in der Natur: Ebbe und Flut, Licht und Schatten, Wachsein und Schlaf. Geschieht das in rhythmischer Harmonie, dann sind wir frisch und munter. Wir sind leistungsfähig, fühlen uns wohl, haben Freude am Leben.

Heinrich Heine hat einmal gesagt: »Der Schlaf ist eine köstliche Erfindung!« Davon wissen alle die ein trauriges Lied zu singen, die sich schlaflos im Bett herumwälzen. Die Zahl der Schlafgestörten ist viel größer, als man annimmt. Dabei ist Schlaflosigkeit oft nur Angst vor der Schlaflosigkeit. Sie zu bekämpfen, ist nicht immer leicht, und die Mittel, die hier angewandt werden, sind erstaunlich. Der eine schwört auf das »Zählen«, andere stellen sich vor zu schlafen, ahmen die tiefe Atmung des Schlafens nach und überwinden den Drang nach dem Lagewechsel. Es gibt Leute, die vor dem Zubettgehen lauwarm duschen, um müde zu werden, viele lesen sich in den Schlaf oder lassen sich etwas erzählen. Bedenklich jedoch ist die Gewöhnung an Schlafmittel, die auf die Dauer unbedingt zu Schäden führen muß.



Maßgeblich für den Schlafgestörten ist es, zunächst einmal nach der Ursache seiner Unruhe forschen zu lassen. Denn nicht nur Diätfehler, Kaffee- und Nikotinmißbrauch und andere aufpeitschende Mittel lassen den Schlaf fliehen, es sind auch seelische Konflikte und andere Belastungen, die das Einschlafen und den Tiefschlaf verhindern. Hier hilft überraschend schnell, wenn der Betreffende den Mut und die Kraft findet, einmal restlos sein Herz auszuschütten. Sehr oft erweist sich das bloße Sichaussprechen, das Sichklarwerden über die seelische Verstimmung als allerbestes Schlafmittel. Ohne Schlaf kann kein Mensch leben. Auch jene, die behaupten, sie hätten »die ganze Nacht kein Auge zugetan«, schlafen viel mehr, als sie glauben. Sie wachen nur öfter auf. Dadurch erscheint ihnen die Nacht endlos.

Wieviel Schlaf sollte man haben? Bei dem Versuch, diese Frage zu beantworten, sind sowjetische Wissenschaftler darauf gestoßen, dass das als angemessen betrachtete Schlafmaß von 8 Stunden weniger ein körperliches Erfordernis ist als vielmehr ein seit alters bestehender Brauch. Der Säugling folgt einem ganz anderen Rhythmus als der Erwachsene. Bei ihm wechseln 40 Minuten Schlaf mit 10 bis 20 Minuten Unruhe. Wach ist er von 24 Stunden insgesamt nur etwa 8 Stunden. Diesen physiologischen Rhythmus ändert das Kind unter den Einflüssen der Umwelt: Es lernt allmählich, bei Tag fortgesetzt aktiv zu sein. Außer einem Mittagsnickerchen bleibt dann nur noch der Nachtschlaf. Der neue Rhythmus spiegelt sich im täglichen wellenartigen Auf und Ab der Körpertemperatur, die bei der Mehrzahl der Erwachsenen zu beobachten ist.

Auch andere Schlafforscher stellten fest, dass sich die meisten Menschen mit ihren Schlafgewohnheiten den Erfordernissen des Lebens anpassen. Als Beispiel seien hier nur die Schichtarbeiter genannt. Detaillierte Forschungsergebnisse würden an dieser Stelle zu weit führen. Kehren wir zu jenen Menschen zurück, die täglich Angst vor der »Reise durch die Nacht« haben. Für sie sollen hier einige erprobte Ratschläge gegeben werden, die allgemein gültig sind:

  1. Schlafen Sie nur in gutgelüfteten Räumen.
  2. Leisten Sie sich am freien Sonnabend und am Sonntag einen kurzen Mittagsschlaf. Diese Minuten bringen Ihrer Gesundheit Zins und Zinseszins.
  3. Machen Sie vor dem Zubettgehen einen gemächlichen kurzen Spaziergang.
  4. Essen Sie abends keine schweren, überfetteten Speisen.
  5. Brauen Sie sich diesen herrlichen Schlaftrunk: ein Glas heiße Buttermilch oder Joghurt, mit einem Eßlöffel Trockenmilch gemixt, und dazu einen Eßlöffel Honig als süße Beigabe. Notfalls tut es auch ein Glas Baldrian- oder Kamillentee.
  6. Nehmen Sie ein lauwarmes Fichtennadelbad vor dem Zubettgehen. Bei kalten Füßen helfen auch Wechselfußbäder. Als Abschluß immer kalt.
  7. Bringen Sie Ihren Stuhlgang in Ordnung. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt. Er wird nach dem Grund forschen und schließlich für Abhilfe sorgen.
  8. Starker Kaffeegenuß und schwarzer Tee, ganz besonders in den Abendstunden, sind schädlich. Das gilt auch für das Nikotin. Sie wissen doch sicher, dass erhöhter Zigarettenkonsum erhebliche Schlaflosigkeit zur Folge haben kann?
  9. Lesen Sie eine leichte von der Tagesarbeit ablenkende Lektüre.


Es gibt zahllose verschiedene Arten und Grade von Schlaflosigkeit — aber zum Glück gibt es auch eine Vielzahl praktischer Ratschläge und Hausmittel, die in einem oder anderem Falle helfen können. Ergänzend sollen sie hier genannt werden:

Das altbewährteste Mittel, um das Blut in rascheren Umlauf zu bringen, ist — das Gähnen. Ein gutes, ausgiebiges Gähnen ist fast immer von einem gründlichen Recken und Strecken der Glieder und des Brustkorbes begleitet. Dadurch wird das Blut in die äußersten Verästelungen der Adern getrieben, und der Körper erfährt eine Belebung und Erfrischung. Aus diesem Grunde läßt uns ja bereits die Natur gähnen, wenn wir aus dem Schlaf erwachen. Die gleiche Prozedur erleichtert uns auch das Einschlafen.

Viele Menschen müssen sich auch »in den Schlaf lesen«. Natürlich ist es unmöglich, eine Regel dafür aufzustellen, welche Bücher sich hierzu am besten eignen. Was den einen in den Schlaf lullt, wird den anderen vielleicht aufregen. Es ist übrigens eine unbegründete Annahme, dass das Lesen im Bett schädlich sei. Wenn man die richtige Beleuchtung hat, ist nichts dagegen einzuwenden. Leider lassen manche Menschen ihrem Körper weniger Sorge angedeihen als ihrem Auto. Jeder vernünftige Fahrer weiß, dass er den Motor rui 

niert, wenn er im Achtzigkilometertempo jäh bremst. Der menschliche Organismus verdient zumindest die gleiche Rücksichtnahme. Wenn wir bis zum letzten wachen Augenblick unser Gehirn auf vollen Touren arbeiten lassen, können wir nicht erwarten, dass es sofort den Übergang von angestrengter Tätigkeit zum ruhigen Schlaf findet. Wir müssen die Kunst erlernen, den Tag sanft in uns ausklingen zu lassen.

Vergleichen wir die in diesem Kapitel gemachten Anregungen und Empfehlungen mit den Sünden, die wir laufend begehen, so findet sich sicher ein Weg, künftig Erholung und Kraft im Schlaf zu finden. Wichtig bleibt bei alldem immer das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit. Der Schläfer muß stets überzeugt sein, dass er dort ist, wo er hingehört, dass alle äußeren Gefahren ausgeschlossen sind und die Probleme des Tages vom Dunkel der Nacht ausgelöscht werden.

Es kann übrigens auch an Ihrem Bett liegen, wenn Sie unruhig und schlecht schlafen. Am Bett zu sparen ist falsch. Der Körper muß auf dem Nachtlager Erholung finden. Denn auch zu gewaltige Federdeckbetten — wie man sie früher besonders auf dem Lande fand — gehören kaum noch in eine moderne Wohnung. Das gleiche gilt für das Unterbett, in dem man tief versinkt. Gewiß, der eine schläft gern besonders weich, der andere etwas härter. Beide Übertreibungen können zu Schlafstörungen führen. Wechseln Sie also Ihre »Nestzutaten« und prüfen Sie den Erfolg.

Auch zu hohe Kopf- und Keilkissen sind manchmal der Grund für wache Nächte. Schlafen Sie möglichst flach (falls Sie nicht herzkrank sind!), und Morpheus wird Sie liebevoll in seine Arme nehmen.

Eine alte Volksweisheit sagt: »Das halbe Leben verbringt der Mensch im Bett, und ein gutes Bett ist das halbe Leben!« Wer war es nun, der uns (wie ein altes Lexikon definiert) diese »erhöhte, zum Ruhen in liegender Stellung, besonders für die Nacht, dienende Lagerstätte« schenkte? Keiner weiß es. Man kennt jenen Wohltäter nicht, der als erster dazu überging, statt auf harter Erde auf Fellen oder Blätterhaufen auf einem über der Erde kunstvoll erhöhten Gestell zu schlafen.

Die Grundformen des Bettes, ob es nun ägyptischen, assyrischen oder griechischen Ursprungs war, ähnelten sich. Die Griechen verwendeten zunächst Bronze, dann Ahorn- oder Pistazienholz für die Gestelle. Die Bettfüße ließen sie aus Elfenbein schnitzen. Der raffinierte Luxus der Römer kannte Prunkbetten, die vorwiegend aus Schildpatt bestanden und mit purpurroten Decken aus Karthago, mit Brokaten aus Milet oder Sardes verschwenderisch ausgestattet waren. Solchen Komfort kannten nur die Begüterten, während die arbeitenden Menschen sich mit einem notdürftigen Lager aus Stroh begnügen mußten. Es gibt sogar heute noch Länder, in denen die Ärmsten der Armen nie ein richtiges Bett kennenlernen.

Ursprünglich diente das Bett der Griechen und Römer als Schlafgelegenheit und Speisesofa zugleich, denn die Mahlzeiten wurden in halb liegender Stellung eingenommen. Man stellte die Lagerstätten hufeisenförmig um die Tafel, und die Gäste hatten Gelegenheit, dort ihr Mahl in aller Bequemlichkeit einzunehmen.

Die Germanen benutzten in ältester Zeit Wandbänke oder ganz einfach den Boden zum Ausbreiten von Fellen und ,Kissen für das Lager. Erst im 8. Jahrhundert kamen sie auf die Idee, ihre Bärenfelle auf einem Gestell auszubreiten. Später polsterten sie die Felle mit Laub — fertig war die Matratze.

Die Bettstellen der fränkischen Zeit und des frühen Mittelalters zeigen ein einfaches Rahmengestell mit kreuzweise gespannten Gurten. Pelzunterlagen, Teppiche und walzenförmige Kissen sorgten für wohlige Weichheit.

Das Ende des 14. Jahrhunderts brachte das große Familienbett, in das »besonders verehrungswürdige« Gäste mit eingeladen wurden. Nun gab es auch Federkissen, Leinenbezüge und manchmal sogar sehr kostbare Zudecken. Das Federbett allerdings kam erst im 18. Jahrhundert auf.

Im Zeitalter des Rokokos wurde das Schlafzimmer zum Empfangssalon. Vor dem mit einem Baldachin geschmückten Prunkbett spielte sich ein großer Teil des höfischen Zeremoniells ab. Während der französische König die Morgenaudienz im Bett gab, empfing Madame in ihrem Boudoir. Alle diese törichten Eitelkeiten einer Rokokodame erleben wir in den zauberhaften Gemälden eines Boucher, Fragonard, Lancret und Longhi: das Zurückschlagen des Bettvorhanges (der inzwischen zum Himmelbett hinzugekommen war!) und die Gespräche mit Liebhabern, Dichtern und Diplomaten.

Im 18. Jahrhundert wurden schmucklose Betten Mode. Goethes schlichtes Schlafzimmer ist dafür ein Beispiel.

Es dauerte noch lange Zeit, bis das Reformbett (aus Metall) sich

durchsetzte. Schritt um Schritt eroberte die moderne Hygiene das Schlafzimmer. Die heutige Kleinwohnung fordert die praktische Ausnutzung des Raumes. Das war die Geburtsstunde der Couch, die abends in eine Schlafgelegenheit verwandelt werden kann.

Hier noch einige Ratschläge für jene, die unter einem Federbett schlafen. Und das sind nicht wenige. Es mag seltsam erscheinen, aber auch heute noch ist die gute alte Bettfeder unersetzlich. Ganz gleich, ob es sich dabei um Daunen für das Deckbett oder Halbdaunen für die Kopfkissen handelt. In nächster Zukunft ist nicht zu erwarten, dass die Bettfeder von der Chemiefaser verdrängt wird. Der Grund liegt darin: Die Federn besitzen eine Saugfähigkeit von 35 bis 40 Prozent, die Chemiefasern dagegen nur von 3 bis 5 Prozent. Damit ist die Chemiefaser als Zudecke im Sommer zu warm und im Winter zu kalt. Hinzu kommen die ungünstigen Bedingungen für die Körperhygiene.

Wichtig ist die Pflege des Federbetts. Ein Aufschütteln und Lüften genügt. Das Klopfen dagegen und die Benutzung des Staubsaugers sind genauso schädlich wie pralle Sonne. Dadurch wird der Feder das Aufbauwasser entzogen, sie verliert die Elastizität und wird spröde.
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Tags: schlaf, schön, schlafen, alte, tee

 
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