Was hilft gegen erweiterte Äderchen und Krampfadern? Verfasst am: 13.02.2009, 09:07
Erweiterte Äderchen
Sie zeigen sich besonders am Oberschenkel und an den Fußgelenken. Das ist fast immer ein Zeichen schlechter Blutzirkulation. Aber auch Frauen, die «vielgewichtig« sind, und jene, die einen sitzenden Beruf ausüben, werden davon betroffen. Ferner erscheinen diese Äderchen (Teleangiektasien) auch während der Schwangerschaft und als Begleiter von Krampfadern.
Erprobt und bewährt sind alle Mittel, die das Bindegewebe stärken:
Bürstenmassagen (trocken und nass), Wechselduschen, Abreibungen mit Franzbranntwein.
Legen Sie, sooft sie können, die Beine zum Entstauen hoch. Das umgebaute Bügelbrett eignet sich hierfür ausgezeichnet. Nun ruhen Sie ein Viertelstündchen auf dem Brett, Kopf tief, die Beine hoch.
Im übrigen bewegen Sie sich viel, treiben Sie Sport.
Verboten sind heiße Bäder, auch das. Übereinanderschlagen der Beine; das Blut wird an der Zirkulation gehindert. Bein oder Kniescheibe drücken von unten her die Gefäße in der Kniekehle ab, es kommt zu Stauungen in den Beinen. Daher sind weder der venöse Abfluß noch der arterielle Zufluß des Blutes gesichert.
Die Krampfadern
Wirklich helfen kann nur der Arzt. Meist handelt es sich um eine Erbanlage, die nicht erst im Alter, sondern bereits in jungen Jahren auftreten kann. Diese bläulichschwarzen Adern sind nicht allein ein Schönheitsfehler, sie schmerzen auch. Stehberufe, Schwangerschaften oder stetiges Überanstrengen verschlimmern das Übel noch.
Mit der Erbanlage muß man sich abfinden. Man kann nur dafür sorgen, dass sie sich nicht weiterentwickeln und voll entfalten.
Mit dem bereits geschilderten Entstauen beugt man auf alle Fälle vor. Das Hochlagern der Beine begünstigt den Blutabfluß. Tragen Sie rechtzeitig elastische Strümpfe. Kaufen Sie sie aber nicht allein, der Fachmann muß die Stärke des Beines, die Länge der Unterschenkel und den Grad des Leidens abwägen und Ihnen danach den Strumpf anpassen. Treiben Sie Sport. Vor allem Radfahren und Schwimmen.
Zwei gymnastische Übungen, die zwar das Leiden nicht vertreiben, aber dämpfend wirken, sollen Sie sich merken:
Sie liegen flach auf dem Rücken. Die Fersen sind geschlossen. Die Arme sind seitlich gestreckt. Jetzt heben Sie ganz langsam die Beine. Höher, noch höher! Die Knie bleiben straff gespannt. Nun in der gleichen Weise senken. Und das ein dutzendmal.
Die zweite Übung: Die Ausgangslage ist die gleiche. Die Beine werden eng aneinander gehoben, bis sie zum Rumpf einen rechten Winkel bilden. Und nun fahren Sie Rad.
Noch eine Schlußbemerkung, die sehr wichtig ist: Massieren Sie nie Krampfaderbeine, tragen Sie keinen zu engen Hüftgürtel, schon gar keine Strumpfbänder, vermeiden Sie hohe Absätze, und schlagen Sie nie die Beine übereinander.
Schöne Beine sind auch in der Kunst ein besonderer Anziehungspunkt. Man denke nur an die »Tänzerin« von Kolbe. Dieses sich in den Hüften schwingende Mädchen stellt in besonders meisterhafter Weise die Bewegung als Erlebnis dar.
Die Wirbelsäule mit ihrer S-förmigen Krümmung und das Hüftgelenk zählen wohl zu den großartigsten Taten der Natur. Wer ein anatomisches Buch besitzt, sollte sich einmal das Becken und das Hüftgelenk betrachten. Er wird finden, dass die Sehnen, die doch scheinbar die Bewegung des Beines auslösen, äußerst schwach und dünn sind. Jedenfalls sind sie nicht stärker als die Sehnen im Handgelenk. Dabei ist es doch Tatsache, dass ein Bein schwerer ist als die Hand. Warum sind zur Bewegung des Beines nicht stärkere Sehnen notwendig als zur Bewegung der Hand? Warum können wir mit diesen schwachen Sehnen das Bein nicht nur notdürftig, sondern sehr kompliziert und elastisch bewegen? Wie kann eine Tänzerin tanzen, ohne dass ihr die Sehnen zerreißen? Das Wunder erklärt sich so: Die Sehnen sind nur ein Hilfsmittel zweiten Grades. Die Fähigkeit, das Bein mühelos bewegen zu können, liegt in der Gelenkkapsel. Sie ist das Wunder. _________________