Was tun bei Schuppen? Verfasst am: 12.01.2009, 01:19
Jeder Mensch, der Haare auf dem Kopf hat, besitzt auch Schuppen. Von vereinzelten Schuppen, die kaum bemerkbar vorkommen, soll hier nicht die Rede sein. Lästig jedoch sind jene, die in großen Mengen auftreten und zu den echten Sorgenkindern der Kosmetik zählen.
Manchmal genügen einfache hygienische Mittel, um sie im Zaum zu halten, in anderen Fällen wieder trotzen sie jeder Behandlung. Wenn es ganz schlimm kommt, können sie zu einer unangenehmen Hautkrankheit, der seborrhoeischen Dermatitis, ausarten, die sich in einer abnorm starken Abschuppung der Kopfhaut äußert und nur sehr langwierig heilbar ist. Außerdem kann diese Krankheit einen starken Haarausfall zur Folge haben.
Unter Seborrhoe - wie diese vermehrte Schuppenbildung heißt - versteht man eine anlagebedingte, oft erbliche Beschaffenheit der Haut. Sie zeigt sich in gesteigerter Tätigkeit der Talgdrüsen und in der Neigung zu vermehrter Verhornung. Die Seborrhoea sicca wird ohne Zweifel durch Hormone, den Stoffwechsel und die gesamten Lebensumstände beeinflußt. So definiert es die Medizin. Es gibt Menschen, die unter verstärkter Schuppenbildung leiden, wenn es mit ihrem Gesundheitszustand nicht zum besten steht. Bei manchen beginnt eine Erkältung oder Grippe mit einem heftigen Anfall der »Verschuppung«. Daraus könnte man schließen, dass Übermüdung, Nervosität, Depressionen und andere krankhafte Zustände die Absonderung der Talgdrüsen und damit die Schuppenbildung verstärken. So einleuchtend diese Erklärung auch klingen mag-die Wissenschaft ist nicht bereit, sie ohne weiteres hinzunehmen.
Untersuchungen, die auf diesem Gebiet in aller Welt gemacht wurden, konnten keinen unbedingten Zusammenhang zwischen
körperlichem und seelischem Wohlbefinden und verminderter Schuppenbildung nachweisen. Es gibt eine Menge kerngesunder, seelisch unbelasteter Menschen, deren einziges Leiden eben die unerklärlichen Haarschuppen sind. Wenn man das rätselhafte Leiden einem Bazillus oder Virus »in die Schuhe schieben« könnte, würde mancher erleichtert aufatmen. Aber leider ist das nicht möglich. Schuppen sind nicht ansteckend.
Die richtige Bekämpfung der Schuppen erfordert Spezialkenntnisse. Durch falsche Mittel wird oft mehr Schaden angerichtet als gutgemacht. Nur der Arzt kann bestimmen, was zu tun ist. Dass der Weg zum Arzt der einzig richtige ist, sei noch dadurch erhärtet, dass die seborrhoeische Dermatitis manchmal auch durch ein Haarfärbemittel, ein Kopfwasser oder einfach durch Verletzung der Kopfhaut beim allzu heftigen Kämmen oder Bürsten hervorgerufen werden kann. Hier tritt die Krankheit manchmal anfangs ohne Schuppen auf. Im allgemeinen aber ist ihr wesentliches Symptom doch eine abnorm starke Verschuppung, die dann nicht mehr weißlich und trocken, sondern dunkel und ölig erscheint. Die Krankheit kann sich hier über die Haargrenze hinaus, über Stirn, Wangen, Augenlider, Ohren und Nacken verbreiten. In jedem Fall ist sie langwierig und lästig. Hier hilft dann das tägliche Abbürsten längst nicht mehr. _________________